storytelling in lettern

Diesen Beitrag schreibe ich anlässlich meines Vortrags zum Thema

„Storytelling-Turbo für Deinen Content –
Wie Du Deine Geschichte so spannend erzählst wie Coca Cola“

beim Businesstreffen von W.I.N. Women in Network
in Hamburg am 15. Juni 2017, 19.30 Uhr
Mövenpick Hotel Hamburg, Sternschanze 6, 20357 Hamburg

Storytelling-Zauberformel jenseits von Mustern und Methoden?

Von Story-Mustern und der Suche nach einer Muster-Story

Ein Freund von mir, der recht erfolgreich ein Buch geschrieben hat, wurde kürzlich vom Film entdeckt und als Drehbuch-Autor seiner Buchverfilmung engagiert. Daraufhin befasste er sich mit filmischen Storytelling-Methoden. Sein Résumé erstaunte mich. „Eigentlich schade“, bedauerte er, „dass so etwas Emotionales wie eine gute Geschichte, nach einem Muster funktioniert“.

Es dauerte eine Weile, bis mir etwas Tröstliches einfiel. Denn ich bin eigentlich ganz froh darüber, dass es Leitplanken gibt, mit denen ich meine allzu gern davon galoppierenden Ideenpferde in etwas geordnetere Bahnen lenken kann.

Tröstlich war vielleicht, dass auch Storytelling-Muster den Weg aller Muster gehen: Sie werden durchbrochen. Das habe ich insbesondere bei der Suche nach einem Vorzeige-Werbefilm für meinen Vortrag, der alle wichtigen Kennzeichen der typischen Heldenreise aufweisen sollte, immer wieder erfahren. Kaum einer, der sich mal schön an die Vorschriften hielt…

Vom Wesen des Geschichten-Erzählens

Aber richtig versöhnlich stimmte meinen Freund etwas anderes. „Die Zauberformel für eine gelungene Erzählung“, behauptete ich, „ist natürlich nicht die Form allein. Es muss dem Erzähler gelingen, seinem Publikum die Verheißung seiner Geschichte nahezubringen, er muss hinter seiner Story stehen und die Leute darauf neugierig machen, mit welcher Moral von der Geschichte sie am Ende nach Hause gehen.“

Ich habe einmal einen Geschichtenerzähler erlebt, der genau das mit Bravour machte, als ich es gar nicht erwartete. Erwartet hatte ich eine Lesung. Der Autor aber legte sein Buch weg und erzählte uns seine Geschichte frei. Es ging um seine Heimatstadt Damaskus, die er verlassen musste, und ihre Bewohner. Er bewegte sich mit einer Leichtigkeit und Überzeugungskraft durch seine Erzählstränge, als sei er nicht im Lesesaal sondern mitten in seiner Stadt. Ganz sicher: Er hatte die Kunst des Erzählens – das Muster – drauf. Aber erst durch seine spürbare, wahrhafte Verbundenheit mit der Geschichte entstand eine Magie, der sich kein Zuhörer entziehen konnte.

Daran hätte auch der eine oder andere Bruch im Storytelling-Muster nichts ändern können.

P.S.

In meinem Vortrag im Juni wird es im Wesentlichen um Muster und Methoden gehen. Das Wesen des Geschichtenerzählens ist aber ungleich größer und vielschichtiger. Das musste unbedingt noch gesagt werden, um dieser spannenden und komplexen Materie einigermaßen gerecht zu werden.